Bau des Gotthard-Basistunnels (Teil 3).

Wofür steht eigentlich GBT? Unsere Umfrage hat gezeigt, dass das Jahrhundertbauwerk am Gotthard – der Gotthard-Basistunnel – noch längst nicht allen ein Begriff ist.

Dabei gibt es die Vision einer Flachbahn durch die Alpen schon lange. Bereits 1947 legte der Ingenieur und Verkehrsplaner Carl Eduard Gruner Pläne für einen Strassen- und Bahntunnel zwischen Amsteg und Bodio vor.

1963 setzte der Bund die Kommission «Eisenbahntunnel durch die Alpen» (KEA) ein. Ihr Auftrag: Die Evaluation der verschiedenen Basistunnel-Lösungen. Keiner der Vorschläge erlangte jedoch aufgrund politischer Unstimmigkeiten und wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine Mehrheit. So auch der Vorschlag der SBB, die 1971 im Auftrag des Bundesrates das Bauprojekt für die Gotthard-Basislinie Erstfeld-Biasca ausarbeitete. Erst 1989 beschloss der Bundesrat die sogenannten «Netzvariante», welche eine Kombination von Gotthard-Basistunnel, Lötschberg-Basistunnel sowie dem Hirzeltunnel für die Anbindung der Ostschweiz vorsah. Dennoch sollten weitere 20 Jahre und diverse Varianten und Linienführungen vergehen bis der Grundstein für den Gotthard-Basistunnel gelegt würde.

«Neuen Eisenbahn-Alpentransversale» (NEAT).

Mit ihrer zentralen Lage in Europa ist die Schweiz eine wichtige Drehscheibe im europäischen Güter- und Personenverkehr. Um den Anforderungen ans Transitabkommen mit der Europäischen Gemeinschaft gerecht zu werden, stimmen die Schweizerinnen und Schweizer am 27. September 1992 dem Bundesbeschluss über den Bau der «Neuen Eisenbahn-Alpentransversale» (NEAT) zu und befürworteten damit den Bau von neuen Basistunneln am Lötschberg, Gotthard und Ceneri.

Von 1999 bis 2011 fanden die Ausbrucharbeiten am Gotthard-Basistunnel statt. Am 15. Oktober 2010 erfolgte schliesslich zwischen Sedrun und Faido der erste Hauptdurchschlag. Der Durchbruch erfolgte mit einer grossen Genauigkeit. Die Abweichung beträgt nur 8 cm horizontal und 1 cm vertikal. Norden und Süden der Schweiz sind seither mit einem 57 Kilometer langen Tunnel verbunden.

Gottardo 2016.

Am 1. Juni 2016, 17 Jahre nach der ersten Sprengung im Hauptstollen, wird der längste Eisenbahn-Tunnel der Welt offiziell eröffnet. Bis dann gibt es noch einiges zu tun. Derzeit werden die letzten Fahrleitungen gezogen. Und bevor die Züge durch den längsten Tunnel der Welt fahren, müssen alle Anlagen gründlich geprüft werden. Mit hunderten von Zugfahrten werden die AlpTransit Gotthard AG und die SBB das Zusammenspiel aller Tunnelkomponenten testen. Den Countdown bis zur Eröffnung verfolgst du auf www.gottardo2016.ch

 

Zum Schluss haben wir noch ein paar eindrückliche Zahlen zum Bau des Gotthard-Basistunnels zusammengetragen:

  • Bis 320 Züge pro Tag werden die neue Nord-Süd-Verbindung befahren. Davon sind 40–60 Reisezüge und 220–260 Güterzüge.
  • 2300 Meter hoch türmt sich der Fels über dem Gotthardbasistunnel an der höchsten Stelle.
  • 176 Querschläge verbinden die beiden Röhren des Tunnels – alle 325 Meter einer.
  • 2600 Kilometer Lichtwellenleiter sind im Tunnel verlegt. Das entspricht der Distanz Zürich–Reykjavik.
  • 28 Millionen Tonnen Gestein wurden ausgebohrt oder weggesprengt.
  • 17 Minuten dauert die Fahrt durch den 57 Kilometer langen Tunnel, wenn der Zug mit 200 km/h fährt.
  • 35 °C warm kann es im Tunnel werden. Am wärmsten ist es bei der Tunnelausfahrt.

 

  • Mehr über die Geschichte des Tunnelbaus am Gotthard erfährst du hier im Blog.
  • Den Countdown zur Eröffnung am 1. Juni 2016.
  • Ein ausführliches Gotthard-Dossier findest du auch im Blog von SBB Cargo.
  • Was sich für dich als Kunde oder Kundin ändert, erfährst du hier.
  • Umfassende Informationen zum Jahrhundertbauwerk am Gotthard findest du auch auf der Seite von AlpTransit.

 

99 Artikel

Ein Kommentar zu “Bau des Gotthard-Basistunnels (Teil 3).

Alle Kommentare anzeigen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.