Boxenstopp bei der Bahn.

Lieber Doktor Bahnsinn

Dann und wann ist die Rede von einem Boxenstopp bei der Bahn – gibt es wirklich Gemeinsamkeiten mit der Formel 1?

Gruss Reto

Hallo Reto

Deine Frage ist berechtigt. Ist es legitim, bei der Bahn von einem Boxenstopp zu sprechen? Oder hinkt der Vergleich mit der Formel 1 nicht gar ein wenig? Sagen wir es mal so: Sicher hat das Arbeitstempo in der Formel-1-Box eine ganz andere Relevanz als in Bahnwerkstätten. Während es bei der Formel 1 so schnell wie möglich gehen muss, geht bei der SBB Sicherheit immer vor Tempo. Wir verwenden natürlich auch keine ausgeklügelten Reifen mit perfekter Gummimischung, sondern Tonnen schwere Eisenräder bzw. Radsätze. Und der Lokführer besteigt seinen Führerstand ja letztlich auch nicht deshalb, um am Ende des Tages mit einer Champagnerflasche auf dem Podest zu stehen … Es sind also ziemlich verschiedene Welten, wie du siehst ;-)

Dennoch gibt es in meinen Augen durchaus Parallelen zur Formel 1: Wir schauen genau hin und wollen exakt wissen, in welchem Zustand sich ein Radsatz befindet, bevor er wieder für die nächsten rund 180 000 Kilometer auf den Schienen rollen wird. Auch die SBB hat ein grosses Interesse daran, dass ihre Fahrzeuge den grössten Teil der Zeit auf den Schienen verbringen und nicht in der Box bzw. in der Serviceanlage, wie es bei uns heisst. Denn wenn wir ein Fahrzeug aus dem Verkehr nehmen, fehlt es dem Betrieb und letztlich unseren Kundinnen und Kunden.

Das Bearbeiten von Radsätzen ist übrigens neben technischen Arbeiten an den Fahrzeugen bzw. der Aussen- und Innenreinigung ein zentrales Thema bei der Instandhaltung von Zügen. Denn um den Komfort und die Sicherheit zu gewährleisten, müssen Störungen möglichst rasch analysiert und behoben werden. Und hier hätten wir wieder Parallelen zum Automobilrennsport. Falls du dich für Berufe in der Instandhaltung von Zügen interessierst und Herr über Lok und Wagen werden möchtest – klick dich doch mal durch das Angebot bei login.

Dein Doktor Bahnsinn

 

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