Die Pirouetten des 90-Tonnen-Riesen.

Wer öfters über die Durchmesserlinie nach Zürich unterwegs ist, dem dürfte es schon aufgefallen sein: Die SBB besitzt an prominenter Lage einen neuen Dreh- und Angelpunkt für Loks und Wagen, der mit stolzen 3,6 Km/h unterwegs ist.

Die SBB hat ihren Werkzeugkasten um ein beachtliches Teil erweitert: In Zürich-Altstetten ist eine 90 Tonnen schwere und trotzdem mobile Anlage in Betrieb gegangen. Drehverschiebeeinrichtung nennt sich das weltweite Unikat im SBB Jargon, das sich im Herbst per Spezialtransport quer durch Zürich seinen Weg in die ehemalige SBB Werkstätte pflügte.

Die Mission ist klar: die Lokomotiven und Reisezugwagen einfach und flink auf die Reparaturgleise der Halle und wieder zurück in den Betrieb manövrieren. Da die Drehverschiebeeinrichtung sowohl schieben wie 90 Grad drehen kann, ist sie von grösstem Nutzen: «Wir müssen weniger aufwändige Rangiermanöver durchführen und werden flexibler», sagt Projektleiter Walter Bucheli. Pirouetten machen ist also inbegriffen.

Daneben ist die Neuanschaffung aber auch äusserst belastbar: Fahrzeuge bis 100 Tonnen kann sie huckepack nehmen. Entsprechend gemächlich ist die Anlage mit Höchstspeed von 60 Metern pro Minute denn auch unterwegs.

Schaufenster in historische Hallen.

Übrigens, nicht nur die Drehverschiebeeinrichtung ist neu: Auch die Halle, in der die Fahrzeuge dann letztlich repariert werden, sieht mittlerweile etwas anders aus als noch anno 1908, dem Geburtsjahr der SBB Werkstätte. Eingebaut wurde mit der Hallenfassade aus Glas quasi ein Schaufenster für Reisende (und andere Bahn-Interessierte). Doch am besten nehmen wir dich gleich mit auf eine Besichtigungstour – inklusive Gratisfahrt auf dem 90-Tönner.

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Ein Kommentar zu “Die Pirouetten des 90-Tonnen-Riesen.

  1. Grossartiges Ding :-)
    Gibt es keine Totalen von der ganzen Anlage zu zeigen? Das Video von der Anlieferung vermittelt nur einen Teil-Eindruck, genauso wie das Mitfahr-Video. Eine Gesamtansicht aus der Vogelschau (hat jemand Video-Drohne geflüstert?) wäre richtig spannend.

    Das mit dem „Unikat“ mag wohl heute stimmen – früher kannte man das aber auch schon schon, sogar als käufliches Fertigmodell von Trix für die Minitrix-Bahn.

    Genannt werden die Versuchsanstalt Berlin-Grunewald und das BW Trier, zu letzterem findet sich ein Bild hier: http://www.eisenbahnstiftung.de/images/bildergalerie/10686.jpg

    liebe Grüsse
    Marc

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