Ein Tag im sonnigen Tessin.

Ein Mitfahrbillett, meine Begleitung und ein Streckennetz von insgesamt 3000 Kilometern – so fühlt sich Freiheit an! In den Jura, nach Arosa oder doch Richtung Süden? An einem kalten Morgen ist schnell die Entscheidung gefasst, wohin es gehen soll: in die Sonnenstube der Schweiz – das Tessin.

Früh morgens steigen mein Reisebegleiter Patrick und ich am Hauptbahnhof Zürich in den Zug Richtung Bellinzona ein. Dank dem Mitfahrbillett für 38 Franken kann Patrick mit mir in der ersten Klasse fahren. An ein Nickerchen ist während der Zugfahrt nicht zu denken. Viel zu schön ist das Panorama, das sich uns bietet.

 

Ausflug mit dem Mitfahrbillett.
So seid ihr gemeinsam günstiger unterwegs: Vom 19. März bis 6. Mai ist das Mitfahrbillett erhältlich. Wenn du zum Beispiel ein GA oder eine Tageskarte hast, kannst du eine Begleitperson für nur 38 Franken auf einen Ausflug mit dem Zug mitnehmen. Unter «Tagesausflüge» findest du viele weitere Freizeitideen.

 

Polenta, Käse und Amaretti.

Locarno begrüsst uns mit Palmen, bereits blühenden Sträuchern und Sonne. Kaum angekommen, steuern wir auf unser erstes Ziel zu: Den «Mercato di Locarno» auf der Piazza Grande. Fast jedes Städtchen im Tessin verfügt über einen Wochenmarkt. Obwohl sich über die Jahre auch viele Stände mit asiatischen Billigwaren dazugesellt haben, findet man dennoch feinste Spezialitäten aus dem Tessin und sogar aus Italien – ein Besuch lohnt sich also. Tipp: Den Mercato im Frühling besuchen. Dann bieten noch mehr Händler ihre Ware feil.

Auf dem Markt kaufen wir Cantuccini in allen möglichen Geschmackssorten von einem Luganeser Händler. Wir nehmen sie mit an den See, wo uns Möwen lauthals begrüssen.

 

Suche nach dem besten Steinpilz-Risotto.

Die Cantuccini machen Lust auf mehr. Kein Wunder, es ist auch schon halb zwölf. «In Verscio soll es den besten Steinpilz-Risotto geben.», meint Patrick. Den Tipp hat er von einer Tessiner Kollegin erhalten. Vom Hunger getrieben geht es zurück Richtung Bahnhof. Die Ferrovie Autolinee Regionali Ticinesi (FART) verbinden die umliegenden Täler im Norden des Lago Maggiore miteinander. Das Gute: Die Strecken liegen im Geltungsbereich des GA und der Tageskarte. Ein nostalgisches Bähnlein bringt uns entlang des Flusses Melézza mit jeder Kurve etwas näher zur Steinkirche von Verscio.

Wir wählen einen kleinen Umweg, um in den charmanten Gässchen von Verscio zum Grotto zu gelangen. Dabei stossen wir auf das Museo Comico.

Ein Ort des Theaters.

In Verscio leben viele Künstler. Denn hier hat der bekannte Schweizer Clown Dimitri mit seiner Frau die heutige Academia Teatro Dimitri, eine Schauspielschule, gegründet. Bei einem Besuch im Museo Comico, das sich ebenfalls in Verscio befindet, siehst du viele Requisiten, Masken und Skulpturen – Dimitris Lebenswerk.

 

Wenige Minuten später gelangen wir zur Osteria Croce Federale. Das Lokal ist voll. Wir setzen uns draussen an einen Steintisch. Schliesslich wollen wir das gute Wetter auskosten. Das Steinpilz-Risotto mit einem guten Schuss Rotwein duftet herrlich. Dazu gibt es eine Gazosa – schön ist es doch, im Tessin zu sein!

 

Ein Flugspektakel der besonderen Art.

Getrieben von der Entdeckungslust fahren wir zurück nach Locarno. Schliesslich wollen wir das Mitfahrbillett ausnutzen und möglichst viel sehen. Ein Kollege hat uns den Tipp gegeben, der Falconeria in Locarno einen Besuch abzustatten, die entweder mit Bus oder auch zu Fuss erreichbar ist.

Schneeeulen, Adler und Falken gleiten während der einstündigen Flugshow knapp über unseren Köpfen in der Luft – ein einmaliges Spektakel. Patrick darf sogar einen Falken auf der Hand halten. Von so nah haben wir die Tiere noch nie betrachten können.

Falconeria Locarno.
In einer natürlich angelegten Umgebung beobachtest du Falken, Adler, Eulen, Geier und Störche im freien Flug aus nächster Nähe und lernst viel wissenswertes über die Tiere. Mit dem Mitfahrbillett erhältst du 30% Rabatt auf das Eintrittsticket.

 

Nach der Vorstellung entscheiden wir uns, Ascona noch einen Besuch abzustatten, liegt es doch gleich um die Ecke. Wir flanieren an der Seepromenade entlang und setzen uns in eines der Cafés mit Blick auf den See und die Berge.

Durch die ansehlichen Gässchen mit Boutiquen und Restaurants schlendern wir in Richtung der Bushhaltestelle «Ascona Posta» und machen uns auf den Heimweg. Schön wars!

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