FABI, BIF und STEP.

Hallo Doktor Bahnsinn

Überall wird nur noch von FABI, BIF und STEP gesprochen. Um was geht’s da überhaupt und was hat das mit der SBB zu tun?

Liebe Grüsse, Regula

Liebe Regula

Danke für deine Frage. Ich habe eine Spezialistin für politische Fragen beigezogen und erkläre dir gerne, was diese drei Abkürzungen bedeuten und was sie beinhalten.

FABI ist nicht etwa ein obskurer Sportverband, BIF kein neuer Pausensnack und STEP kein neues Angebot in deinem Fitnesscenter. FABI steht für Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur. BIF ist der Bahninfrastrukturfonds und STEP heisst ausgeschrieben Strategisches Entwicklungsprogramm. BIF und STEP sind die beiden Bestandteile von FABI.

Am 9. Februar findet die Volksabstimmung zu FABI statt. Dann entscheiden die Stimmberechtigten, ob die Finanzierung der Bahninfrastruktur langfristig gesichert sein soll oder nicht. Das ist heute nicht der Fall. Der heutige FinöV-Fonds, mit dem etwa die NEAT (Lötschberg- und Gotthard-Basistunnel sowie weitere Grossprojekte) finanziert wird, läuft 2030 aus.

Mit dem Bahninfrastrukturfonds (BIF) wird eine langfristige und nachhaltige Nachfolgelösung vorgeschlagen. Der BIF ist der finanzielle Teil von FABI. Neu ist, dass mit dem BIF sowohl Betrieb, Unterhalt wie auch der Ausbau aus dem gleichen Topf finanziert wird. Auch das ist heute nicht so, was für die Bahnunternehmen ein grosser Nachteil ist, denn sie müssen die nötigen Mittel über mehrere Töpfe beziehen. Das bedeutet mehr Unsicherheit bei der Planung. Das heisst aber nicht, dass die Bahnen nun Geld wie aus dem Honigtopf beziehen können. Zwar steht insgesamt mehr Geld zur Verfügung, weil dieses auch dringend nötig ist für den Unterhalt. Aber weil alle Aufwendungen mit dem BIF nur noch aus einem Topf bezogen werden, müssen diese besser priorisiert werden.

STEP – das strategische Entwicklungsprogramm – ist der planerische Teil von FABI. Im STEP wird langfristig geplant, welche Ausbauvorhaben in den nächsten 40 und mehr Jahren in welcher Reihenfolge umgesetzt werden müssen, damit die Bahn trotz des prognostizierten Nachfragewachstums auch in Zukunft die heutige Qualität erhalten kann. Die Vorhaben werden neu in Ausbauschritten Schritt für Schritt umgesetzt. Ein erster Ausbauschritt ist ebenfalls Teil der Abstimmung. Bis 2025 sollen in der gesamten Schweiz Projekte im Umfang von 6,4 Milliarden Schweizer Franken umgesetzt werden.

Die SBB ist massgeblich von der Vorlage betroffen, da sie mit Abstand die grösste Bahninfrastrukturbetreiberin in der Schweiz ist. Für die SBB ist deshalb der neue BIF sehr wichtig, weil er die finanziellen Mittel – insbesondere für den Betrieb und Unterhalt – der Bahninfrastruktur sichert. Ohne den neuen BIF können die geplanten Projekte im ersten Ausbauschritt bis 2025 nicht umgesetzt werden, weil die Finanzierung und die Gesetzesgrundlage dafür fehlen. Diese Projekte sind äusserst wichtig, weil sie die dringend nötige Kapazität schaffen: In den Zügen, auf dem Schienennetz und in den Bahnhöfen.

Dein Doktor Bahnsinn

Weitere Informationen zu FABI:

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