Fahrplanwechsel: 4300 rote Kragen und ein Bahn-Herz mit neuem Takt.

So viel vorweg: Der Fahrplan ist das Herz der Bahn. Und Fahrplanwechsel ist, wenn dieses Herz seinen Pulsschlag ändert, also immer am zweiten Sonntag im Dezember. Dieser «Bahn-Puls» gibt den Takt vor für die Reisenden ebenso wie für die SBB Mitarbeitenden.

Doch wie entsteht eigentlich ein neuer Fahrplan und warum muss er jedes Jahr angepasst werden? Antworten findest du im Video.

Dass der anstehende Fahrplanwechsel im Zeichen des Gotthards steht, dürfte mittlerweile hinreichend bekannt sein. Nord-Süd-Reisende gewinnen 30 Minuten Zeit, und ab Frühling 2017 kann die Bergstrecke (neu: Panoramastrecke) mit dem Gotthard Panorama Express oder Wochenend-Extrazügen erfahren werden.

Stellt sich also die Frage: Was passiert ab dem 11. Dezember 2016 abseits des Gotthards?

Nun, wenden wir uns zunächst dem SwissPass zu, dessen Entwicklung geht laufend weiter. Seit 1. November 2016 können Kunden, die das Halbtax auf dem SwissPass haben, ihr rotes Kärtchen in der Tasche lassen – das auf SBB Mobile oder SBB.ch gekaufte Billett vorzuweisen genügt. Im Frühling 2017 wird der SwissPass weiter ausgebaut: Das Modul-Abo (vgl. nächster Abschnitt) sowie die Monats- und Jahresabonnemente von Mobilis und Unireso als erste Verbunde kommen hinzu. Dazu ab kommender Wintersportsaison auch einige neue Partnerskigebiete von Ticketcorner sowie Snow’n‘Rail-Angebote. Zudem werden mit Europcar, Hotelcard, Swiss Rent a Ski und Greenmotion neue Partnerdienste auf dem SwissPass integriert.

Erweitert wird auch das Billett-Sortiment. Wesentliche Neuerung ist dabei das Modul-Abo, das per Anfang April 2017 schweizweit eingeführt wird. Es ermöglicht die Kombinationen von Strecken mit lokalen Tarifverbunden und deren Zonennetzen. Mit der Kinder-Mitfahrkarte können neu alle Begleitpersonen älter als 16 Jahre für 30 Franken pro Jahr mit einem Kind jünger als 16 Jahre mit dem ÖV reisen; die Enkel-Karte wird in dieses Angebot integriert. Und Begleitpersonen können neu nicht nur Eltern oder Grosseltern sein, sondern auch Nachbarn, Tante und Onkel, Freunde oder Tagesmütter. Auf den Fahrplanwechsel hin werden schliesslich auch die Tarifanpassungen konkret: Einzelbillette  1. und 2. Klasse zum Beispiel werden im Schnitt 2,5 Prozent teurer.

Gut erkennbar unterwegs.

neue_uniform_mann

Wer regelmässig Zug fährt, dem wird es nicht entgehen: Die SBB führt auf den Fahrplanwechsel eine neue Uniform für die 2500 Mitarbeitenden des Zugpersonals ein. Das auffälligste Merkmal der neuen Uniform ist mit Sicherheit der rote Kragen – die SBB Mitarbeitenden werden für die Kunden künftig noch besser erkennbar sein. Die Uniform für die 1800 Schaltermitarbeitenden folgt dann schrittweise im Verlauf des nächsten Jahres. Insgesamt werden somit rund 4300 Mitarbeitende der SBB mit der neuen Uniform ausgerüstet.

Doch zurück zum Bahn-Puls. Verbleibt die Frage, was denn nun in der Nacht vom 10. auf den 11. Dezember 2016 ganz konkret passiert … Eigentlich nichts. Will heissen, niemand wird um Mitternacht auf einen Knopf drücken oder an einem Schalter drehen. Der Fahrplanwechsel geschieht ganz unspektakulär – wirklich sichtbar ist in diesen Minuten gar nichts. Ausser, dass ab dann das Bahn-Herz etwas anders schlagen wird.

Weitere Informationen zum Fahrplanwechsel 2016.

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16 Kommentare zu “Fahrplanwechsel: 4300 rote Kragen und ein Bahn-Herz mit neuem Takt.

    1. Die Treppen bei den Hauptzugängen am Bahnhof Zürich Oerlikon sind so dimensioniert, dass sie auch die zukünftige Anzahl Reisenden bewältigen können. Dies wäre mit Rolltreppen nicht möglich, da Rolltreppen bedeutend mehr Platz benötigen als Treppen und sie einen grossen Ansturm Reisenden, wie es bei ankommenden Züge der Fall ist, nicht so schnell befördern können wie es über eine Treppe der Fall ist (zu beobachten jeweils an den Staus vor den Rolltreppen z.B. am Bahnhof ZH Stadelhofen). Der barrierefreie Zugang zu sämtlichen Zügen ist mit den Rampen und Liften gewährleistet.

  1. Ich komme von Montag bis Freitag täglich am Abend mit dem Zug beim Bahnhof Oerlikon an. Leider sind die Abgang und Zugänge zu den Läden an der oberen Stelle viel zu schmal. Es kommt ständig zu einer Anrempelei.

  2. Genau wie beim Bahnhof Oerlikon gibt es auch in Thun keine Rolltreppen oder einen Lift. Personen im Rollstuhl müssen sich einen anderen Abreisebahnhof suchen oder eben zu Hause bleiben. Schade, schade

  3. Auf die Eröffnung des Gotthardbasistunnels haben wir uns sehr gefreut. Leider ist das Angebot ab Luzern verschlechtert worden (direkte Verbindungen). Dies betrifft auch die Verbindungen ab Olten und Basel.
    Begründung, das Passagieraufkommen ab Zürich sei grösser. dies mag durchaus richtig sein.
    Aber die SBB treibt hier auch ein fieses Spiel. Verbindungen aus dem Raum Olten und Basel bringen bei den Direktverbindungen längere Wartezeiten in Luzern und Arth-Goldau, so dass hier der Weg über Zürich optimaler wird. Es ist zu Erwarten, dass dadurch noch mehr Personen über Zürich fahren werden. Die SBB kann dann locker sagen, ihr Konzept sei richtig, denn von Luzern her kämen immer weniger Personen. Man kann den Fahrplan ja auch so organisieren, dass man am Ende das erhält, was man gerne möchte.

    1. Das ist wirklich ein fieses Spiel. Ich als Zürcher Bahnkunde, kann das nicht verstehen. Ich lade die Entscheidungsträger (mit hohen Bonis) mal ein regelmässig in Zürich zu- oder umzusteigen (egal in welche Richtung), die Züge sind heute schon IMMER voll und die Perrons (ausser im goldenen Tiefbahnhof) viel zu eng. Und nun sollen wir auch noch Kunden aus Luzern „übernhmen“ – as geht ja nicht. Und die armen Luzerner müssen nach Locrno zwei-/dreimal umsteigen. Auch das ist Abbau von Service, und dafür noch mehr bezahlen…

    2. Komme auch aus der Region Olten und die Verbindungen ins Tessin aus dieser Richtung sind wirklich nicht attraktiv. Langes Warten in Luzern, Arth-Goldau und nun noch Umsteigen in Erstfeld. Die SBB schickt einem gerne via Zürich, weil sie dafür einen höheren Preis verlangen können. Aber ohne mich. Entweder sie berücksichtigen in der Zukunft Basel, Olten und Luzern wieder besser oder ich nehme das Auto. Ich lasse mich nicht von der SBB „über Zürich zwingen“

  4. Darf ich fragen, wie es für Familien mit Kindern aussieht…Wird es auch zukünftig einen Spielwagen/Familienwagen geben(bei der neuen Zugsflotte?) Oder gibt es Rutschbahn/Schiff u.Co.bald nicht mehr?
    Schade, dass bei IR-Doppelstock Zügen, kein solches Abteil integriert wurde…Es würde doch allen dienen….und zur Roushour..könnten die Leute ja auch im Spielwagen stehen….

    1. Hallo Rahel, ja, auch bei den neuen FV-Dosto-Zügen wird es ein Familienabteil geben. U. a. mit Rutschbahn, Spielplatz.

      Hier eine kleine, erste Impression, wie es ausschauen wird:
      1. Impression des Familienabteils im neuen FV-Dosto-Zug

      Gute Fahrt, Daniel

      P. S. natürlich dürfen dann auch Erwachsene zu Stosszeiten in dieser bunten Bilderwelt Platz nehmen ;)

  5. Wer sich freut, im Tessin 30 Minuten früher anzukommen soll sich warm anziehen! Auf dem Perron in Locarno gibt es nämlich fast nie einen Anschluss an die schnellen Züge. 30 Minuten Wartezeit ist angesagt! Die Busgesellschaft in Locarno hat leider total versagt. Purtroppo non siamo benvenuti…

  6. Aha, der Fahrplan ist das Herz der Bahn. Und wieso muten diese den Kunden zwischen Olten und Wankdorf nach wie vor morgens und abends 2 x 15 Minuten statt 2 x 5 Minuten Umsteigezeit zu? Ergibt pro Woche zwei Stunden und pro Jahr drei Tage verdummte Lebenszeit auf dem Bahnhof Bern.

  7. Ja, ja schneller. Für alle, welche auf der Bergstrecke fahren, wird die Fahrt länger. Das zusätzliche Umsteigen in Erstfeld wäre nicht nötig gewesen! Und ganz affig ist der Wechsel des Namens Panoramastrecke. Ich fahre auf dieser Strecke, weil ich oft in der Leventina bin. Ich brauche eine gute Verbindung ohne touristischen Schnick-Schnack, den die SBB nun auf dieser Strecke plant. Einzig positiv: neuer Halt in Ambrì-Piotta und die Güterzüge fahren in der Nacht nicht mehr vor dem Schlafzimmerfenster vorbei.

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