Freddie, Charlie und die Waadtländer Riviera.

Egal, wie vertieft in meine Lektüre oder ein Gespräch ich im Zug auf dem Weg nach Genf auch sein mag; sobald man den Genfersee sehen kann, muss ich einfach aus dem Fenster schauen.

Zu jeder Jahreszeit ist die Sicht über die sanft abfallenden Rebberge auf den Genfersee atemberaubend schön. Höchste Zeit, die Gegend Lavaux und Montreux Riviera genauer zu erkunden – am See, in der Höhe und auf einer Reise in die Vergangenheit.

 

Frühlingsgefühle an der Montreux Riviera.

An der Riviera, umgeben von Palmen, Wasser und Sonnenschein wähnt man sich im Tessin oder in Italien. Viele entspannte Leute, die entlang der Promenade schlendernd und die ersten warmen Frühlingsstrahlen geniessen.

Wie überall an den heimischen Seepromenaden liegt natürlich auch in Montreux sehen und gesehen werden hoch im Kurs. Entlang der Seepromenade, die sich von Lutry bis Villeneuve erstreckt, gibt es unzählige Bars, Restaurants und Möglichkeiten, um einzukehren und das mediterrane Flair auf sich wirken zu lassen.

Diese entspannte Stimmung gefiel bestimmt auch Freddie Mercury. Der Sänger der legendären Band «Queen» hat in Montreux gelebt und in hier in seinem Studio die bekannten Songs aufgenommen. Die Bronzestatue steht an der Uferpromenade. Sie ist Pilgerstätte für Fans und Attraktion für Touristen. Auch Charlie Chaplin, einer der einflussreichsten Komikern des 20. Jahrhunderts und Regisseur, Komponist und Filmproduzent, ist an der Promenade verewigt. Eine Statue erinnert an die Zeit, die er in Vevey lebte.

In die Höhe: Rochers-de-Naye.

Vis-à-vis des Bahnhofs Montreux steht die Zahnradbahn «Marmottes Paradis» startklar, um die Rochers-de-Naye zu erklimmen. Dieser Berg ist den «Montreusiens», was den Berner der Gurten und den Zürchern der Üetliberg ist. Schnell rein ins Bähnli und schon geht’s los.

Der Zug wackelt, klönt und keucht; im Schritttempo geht’s hoch, immer höher in die malerische Berglandschaft. In knapp einer Stunde zieht sich die Zahnradbahn den steilen Berg hinauf, hoch auf 2000 Meter über den Genfersee. Übrigens: Die Zahnradbahn fährt ganzjährig; Halbtax, GA und Junior Karte sind gültig.

Tipps für die kommenden Frühlings- und Sommertage rund um die Rochers-de-Naye.

  • Wandern: Die Rochers-de-Naye sind Ausgangspunkt für verschiedene Wanderungen, zum Beispiel führen die Routen 18 und 19 der Schweizer Wanderwege hierhin. Beliebte Wandertouren führen von Les Avants oder Les Cases ab Bahnhof Montreux bergwärts.
  • Mountainbiken und Velofahren: Biken von Les Paccots nach Montreux (Route Nr. 14) oder mit dem Velo von Montbovon nach Aigle.
  • Klettern: Achtung nur für Erfahrene! Der Klettersteig der Via Ferrata mit vertikalen Felsüberhängen und Hängebrücke ist nichts für schwache Nerven und den Sportlichen vorbehalten. Der Klettersteig ist ab Haltestelle Jaman via Col de Bonaudon zugänglich, dann einfach der Ausschilderung Via Ferrata folgen. Benötigte Kletterausrüstung kann am Bahnhof in Glion oder in den Sportgeschäften in Vevey und Montreux gemietet werden.
  • Murmeltiere entdecken: Die Rochers sind ein Murmeltier-Paradies. Besucher können hier im didaktischen Informationszentrum elf Murmeltierarten aus verschiedenen Kontinenten interaktiv und spielerisch kennenlernen. Beobachten kann man die Nager durch Fenster, eine Kamera in Bau gewährt Einblick in die Behausung.
  • Alpenkräuterkunde: Im botanischen Alpengarten «La Rambertia» kann eine Sammlung von über 1000 verschiedenen Alpenpflanzen bewundert werden (Juni bis Oktober).

 

Eine Reise ins Mittelalter.

Wieder in der Stadt angekommen, bringt uns die S2 vom Bahnhof Montreux aus direkt ins Mittelalter – zum Schloss Chillon. Einfach bei der Haltestelle Veytaux-Chillon aussteigen, von der Haltestelle sind es ein paar Gehminuten ehe man unten am Ufer des Sees das meistbesuchte historische Baudenkmal der Schweiz in seiner ganzen Schönheit bestaunen kann.

 

Geschichtlicher Exkurs: Seit dem 12. Jahrhundert thront das charmante Château bereits auf seiner Felseninsel. Das Schloss war natürlicher Schutz und strategisch wichtiger Punkt zur Kontrolle der Passage zwischen Nord- und Südeuropa. Zu diesem Zeitpunkt kontrollierten die Grafen von Savoyen die Burg. Später, im 16. Jahrhundert eroberten die Berner das Waadtland und damit das Schloss Chillon. Später ging das Schloss in Staatsbesitz über und gehörte dem neuen Kanton Waadt. Das Schloss wurde anschliessend als Waffen- und Munitionslager und als Kantonsgefängnis genutzt. Berühmt wurde es dank dem Gedicht des englisches Dichters Lord Byron.

 

Das Schloss kann fast täglich besichtigt werden. Besuche sind mit oder ohne Führung möglich. Wer mehr erfahren will, dem empfiehlt sich ein Rundgang mit Führung. Verschiedenes ist möglich: eine Zeitreise ins Mittelalter, eine vertiefte Schlossführung mit Weindegustation, eine Workshop-Führung oder ein audiovisuelles Erlebnis. Für Kinder gibt es einen Rundgang mit kleiner Schatzsuche. Im Schloss finden zudem regelmässig Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt.

 

 

Rund um Montreux kannst du noch viel mehr erleben. Ein paar Tipps dazu:

  • Spaziergang durch die Weinterrassen von Lavaux: das von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannte Weingebiet zwischen Lausanne und Vevey will erkundet werden. Winzerkeller gibt es hier fast wie Sand am Meer.
  • Wandern und Radfahren im Naturreservat «Les Grangettes»: Das Naturschutzgebiet ist bekannt für seine Tier- und Vogelarten wie Fischreiher, Eisvögel, Biber oder einige Zugvögel. Drei markierte barrierefreie Wege, für die man jeweils 30 oder 90 Minuten benötigt.
  • Im Rhythmus wippen am Montreux Jazz Festival: Während 16 Tagen findet jeweils im Juli das berühmte Festival statt, wo sich die musikalische Crème-de-la-Crème einfindet.
  • Altstadt von Montreux: idyllisch gelegen, schöne Architektur, hübsche Gässchen, alte Häuser und charmante Cafés. Achtung, befindet sich in Hanglage, es geht aufwärts!

 

Fotos: Pascal Erb

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Ein Kommentar zu “Freddie, Charlie und die Waadtländer Riviera.

  1. Da möchte man doch gleich am liebsten in den Zug sitzen und losfahren…
    Dass es im Schloss Chillon einen extre Kinderrundgang hat, habe ich nicht gewusst. Das werde ich gleich ins Frühlingsferienprogramm einbauen!

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