Hand halten.

Liebe Eltern, Göttis und Gotten. Grosseltern, Nannies oder grössere Geschwister. Ich mache es ganz kurz: Haltet eure kleinen Kinder bitte fest! Nicht immer, aber jedes Mal wenn ihr auf dem Perron seid.

Würdet ihr euer Kind auf dem Pannenstreifen auf der Autobahn spielen und herumrennen lassen? Während kaum einen Meter nebenan Lastwagen mit Anhängern und Autos vorbeidonnern? Das käme euch doch sicher nie in den Sinn.

Dabei sind Strassenfahrzeuge sogar noch im Vorteil. Ein Lastwagen ist viel leichter als ein Zug und seine Gummireifen erlauben ein schnelleres Bremsen. Er fährt langsamer und kann eventuell noch ausweichen. Vorausgesetzt, der Fahrer oder die Fahrerin hat ein paar Sekunden Zeit zu reagieren.

Das kann ich mit meinem Zug beim besten Willen nicht. Ich sehe das Unheil kommen, das ich hier nicht näher beschreiben will und das ich zum Glück noch nie erleiden musste. Alles, was ich dann tun kann, ist hupen und eine Schnellbremsung einleiten. Doch es würde leider auch so nicht reichen.

Bis jetzt hatte ich immer Glück. Trotzdem werden meine Augen nass und ich bekomme Gänsehaut, wenn ich mir die eine oder andere Situation vorstelle. Zum Beispiel dieses kleine Mädchen, das hinter einem Wartehäuschen hervorschoss und schnurstracks in Richtung meinem Gleis rannte, während ich am Einfahren war. Ein Sicherheitsmann und ihr Vater konnten es in letzter Sekunde abfangen. Oder der Bub und das Mädchen, die an der Perronkante «Fangis» spielten, während ihre beiden Mütter auf dem Bänkli sassen und plauderten.

Ich hatte immer Glück, doch ich wünsche mir etwas Handfesteres als Glück. Und zwar die Hand eines Erwachsenen, die das Händchen des Kindes hält. Dann bleiben immer noch zwei freie Hände übrig, beispielsweise um dem Zug zuzuwinken. Das macht dann richtig Freude!

 

Tipps für sicheres Reisen sowie die Broschüre «Mit Sicherheit besser ankommen» gibt es auf sbb.ch/sicherheit.

 

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8 Kommentare zu “Hand halten.

  1. Sehr gut geschrieben. Auch ich bekomme regelmäßig Schweißausbrüche wenn ich am Bahnhof einfahre und dort Kinder herum rennen sehe. Ich wünsche uns, dass wir den Ernstfall nie erleben müssen.

  2. Gut geschriebener Artikel!
    @webmaster: Wollte ihn jemandem via whatsapp teilen, hat dann leider den Link nicht verschickt, nur meinen Kommentar…

    1. Hallo Kathrin
      Danke für deinen Hinweis bezüglich WhatsApp-Verlinkung, überprüfe ich gerne.
      Update (19.10.17/17:15): unser Entwickler hat den Fehler gefunden und korrigiert. Das Teilen auf WhatsApp funktioniert wieder.
      Beste Grüsse und gute Fahrt
      Daniel, Community Manager

  3. Wie wahr! Mir rutscht jedes Mal fast das Herz in die Hose wenn ich Kinder auf dem Perron rumrennen oder mit ihrem „Velöli“ umher flitzen sehe.. Und die Eltern? Viel zu weit weg um allenfalls reagieren zu können! Und ich beobachte dies „nur“ vom Perron aus, nicht aus dem Führerstand des einfahrenden Zuges..

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