Imperia, andere Schätze und warme Quellen.

Mit dem nahenden Frühling erweckt auch meine Entdeckungslust alljährlich von neuem. In der Schweiz gibt’s viele Ecken, die ich noch nicht gesehen habe. So auch «ennet der Grenze». Welche ich wohl mit dem Mitfahrbillett erkunde?

Konstanz kenne ich nur im Zusammenhang mit dem Stichwort Einkaufstourismus. Gerne lasse ich mich überraschen, was die Stadt sonst noch zu bieten hat. Und da reisen zu zweit bekanntlich mehr Spass macht, kaufe ich für meinen Kollegen Daniel ein Mitfahrbillett und lade ihn ein, mich zu begleiten.

Ausflug mit dem Mitfahrbillett.

So seid ihr gemeinsam günstiger unterwegs: Vom 19 März bis 6. Mai ist das Mitfahrbillett erhältlich. Wenn du zum Beispiel ein GA oder eine Tageskarte zum Halbtax hast, kannst du eine Begleitperson für nur 38 Franken auf einen Ausflug mit dem Zug mitnehmen. Unter «Tagesausflüge» findest du viele weitere Freizeitideen.

 

In Konstanz angekommen, geht es auf direktem Weg zum Hafen. Hier fällt der Blick unweigerlich auf die Imperia. Kein Wunder, denn die Dame trägt nur einen notdürftig geschlossenen Mantel und ist mit einer Höhe von neun Metern kaum zu übersehen. Obwohl die sich drehende Statue zu Beginn sehr umstritten gewesen ist, gehört sie inzwischen zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten von Konstanz.

Der Hafen lädt mit vielen Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein und die Möwenrufe und Wellengeräusche erinnern mich ans Meer. Im Sommer muss die Hafenumgebung wohl noch viel schöner sein und eignet sich bestimmt gut für Pausen vom Stadtbummel.

Auf Schatzsuche in Niederburg.

Die Umgebung ändert sich deutlich, als wir die gepflasterten Strassen von Niederburg betreten. Im ältesten Stadtteil von Konstanz stehen die farbigen Häuser dicht und teilweise etwas schräg zusammen. Die Vorbereitungen für die Fasnacht sind in vollem Gange und so flattern unzählige Fähnchen aus Stoff im Wind. An solchen Orten gibt es nur eins zu tun: Gässchen um Gässchen entdecken und sich überraschen lassen, auf welche unbekannten Schätze man dabei stösst.

Kaffeekunst im Häuschen «N° elf».

In der Kaffee- und Weinbar «N° elf» machen wir spontan eine Kaffeepause. Daniel möchte etwas mit genug Koffein, worauf der Barista einen «Flat White» empfiehlt. Entgegen meinem Vorurteil ist das kein von Hipstern erfundener Name für normalen Kaffee, sondern eine Spezialität, die dem Cappuccino ähnelt. Es schmeckt auf jeden Fall wunderbar und wärmt uns nach dem windigen Morgen angenehm auf. Die Süssigkeiten auf der Theke sehen ausserdem so verführerisch aus, dass wir gleich noch zwei Brownies nachbestellen.

 Mehr als nur Shopping.

Gestärkt geht’s durch die Altstadt zurück zum Bahnhof. Die Strassen werden breiter und die Namen der Geschäfte wieder bekannter. Wer gerne shoppt, kommt hier auf seine Kosten. Doch es gibt noch mehr:

  • Der Münsterturm bietet nach einem Aufstieg über 245 Stufen eine beeindruckende Aussicht über ganz Konstanz und den Bodensee
    (Preis für Erwachsene: 2 Euro, offen ab April).
  • Für Dessertfans empfiehlt sich das Voglhaus. Im Café in der Altstadt gibt es feine Kuchen und Spezialitäten von lokalen Produzenten.
  • Von Konstanz fahren ab April Schiffe bis nach Schaffhausen. Da viele kleine Häfen wie beispielweise Stein am Rhein oder Steckborn angefahren werden, kann man auf gemütliche Weise die Gegend um den Untersee entdecken.

Stunden der Entspannung.

Entdecken macht müde: Zeit zu relaxen. Am Bahnhof angelangt nehmen wir die Buslinie 5, die uns direkt vor den Eingang der Boden-Therme Konstanz chauffiert. In der Saunawelt und der Therme, die übrigens aus reinem Mineral-Thermalwasser gespeist wird, finden wir Entspannung.

 Vergünstigt in die Therme mit dem Mitfahrbillett.

Die Bodensee-Therme Konstanz lockt mit insgesamt vier Thermalbecken im Innen- und Aussenbereich sowie einer grosszügigen Saunalandschaft. Beim Vorweisen des Mitfahrbilletts profitierst du von 10 Prozent auf den Eintritt.

 

Fazit: Wer nur nach Konstanz reist, um zu shoppen, verpasst die schönsten Orte dieser Stadt. Eine kurze Pause am Hafen oder ein Spaziergang durch Niederburg dauert nicht lange und lohnt sich auf jeden Fall. Und ein paar Stunden Entspannung in der Therme runden den Ausflug nach Konstanz ab.

 

Fotos: Daniel Schwarz, Jana Neuenschwander

5 Kommentare zu “Imperia, andere Schätze und warme Quellen.

  1. Ich kenne Konstanz von vielen Besuchen wegen Fortbildung und freundschaftlichen Kontakten in den letzten 40 Jahren. Diese Beschreibung trifft voll und ganz zu. Gefällt mir sehr, was da zu lesen ist. Immer wieder etwas entdecken: Bald werde ich das Thermalbad noch entdecken.

  2. Ich finde das gar nicht Kundenfreundlich!
    Ich als Halbtax-Besitzer bezahle eine Tageskarte, mein Mitreisender
    nur Fr.38.– warum profitieren immer die, die kein GA oder Halbtax haben.?

    1. Den Kommentar von Liselotte J.-A. kann ich nur allzu gut verstehen!
      In diesem Zusammenhang frage ich mich weshalb nicht kommuniziert wird wieviel eine Tageskarte für den Halbtax-Abonnenten kostet?
      Ist dies nicht eine Schlangenfängerei?

  3. Ich wohne in Konstanz. Eine dürftigere Beschreibung der Stadt hab ich noch nie gelesen. Das hat aber auch was Gutes, denn es braucht neben sem Einkaufstourismus nicht noch einen Tagesausflugstourismus von Leuten, die der hier wohnenden Bevölkerung nichts bringen ausser verstopfte Strassen, überfüllte Cafés und Restaurants und letztlich nur viel zurückgelasseenen Abfall.

  4. Ich lebte 45 Jahre „vor dem Tor dieser geschichtsträchtigen Stadt“ und kann die Tips in diesem Artikel vollauf bestätigen. Konstanz ist ein lebendige Kulturstadt mit vielen jungen Bewohner*innen (Studenten).

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