Sicher unterwegs mit dem Kinderwagen.

Ob Zug, Bus oder Tram, das Einsteigen mit Kinderwagen ist nicht immer einfach und oft ist man auf Hilfe angewiesen. Ich musste leider auch schon beobachten, wie ein Kinderwagen beim Aussteigen aus dem Bus umfiel. Dem Kind ist damals nichts Schlimmes passiert dabei. Glück gehabt! Bei meiner ersten Zugfahrt zeigte mir ein freundlicher Zugbegleiter, wie ich mit meinem Kinderwagen korrekt in den Zug einsteige. Für euch war ich am Bahnhof und habe dies dokumentiert.

 

 

Wo muss ich einsteigen mit meinem Kinderwagen?

FamilienzoneFür Reisen mit Kindern eignen sich am besten die Familienwagen und Familienzonen. Den Familienwagen – ein Spielplatz auf Rädern – gibt es bei allen InterCity-Doppelstockzügen. Sie sind im Fahrplan mit FA gekennzeichnet. Familienzonen, die für Kinderwagen mehr Platz bieten, gibt es in allen InterCity-Neigezügen (ICN). Details zu den familienfreundlichen Angeboten der SBB findest du auf sbb.ch.

 

 

Rollstuhl / KinderwagenAuch Einstiege, die mit dem Fahrrad- oder Rollstuhlzeichen gekennzeichnet sind, bieten Platz für den Kinderwagen. Wenn ihr auf den entsprechend signalisierten Knopf drückt, bleiben die Türen übrigens etwas länger geöffnet. Im gekennzeichneten Abteil könnt ihr die Sitze hochklappen und somit bequem den Kinderwagen im Abteil parkieren.

 

 

Einsteigen leicht gemacht.

Persönlich mag ich ja die Niederflurzüge am liebsten! Da nehme ich auch schon mal gerne eine längere Reisezeit auf mich, dafür kann ich dann gemütlich und ohne Hindernisse ein-, um- und aussteigen. In Niederflurzüge kann man bodeneben einsteigen. Somit bin ich nicht auf Dritte angewiesen. Des Weiteren haben diese Züge gerade beim Fahrradeinstieg unglaublich viel Platz, um den Kinderwagen abstellen zu können.

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Bei bodenebenen Einstiegen könnt ihr den Kinderwagen nach vorne gerichtet mit leicht angehobenen Vorderrädern über die Einstiegsschwellen stossen. Einsteigen geht auch beim Rollstuhleingang ganz leicht. Sind die Sitze im Rollstuhlbereich hochgeklappt, lässt es sich auch da mit dem Kinderwagen super reisen. Ob auf deiner Strecke Niederflurzüge verkehren und ob man mit Kinderwagen (oder Rollstuhl) selbstständig ein- und aussteigen kann, seht ihr im Online-Fahrplan.

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Einsteigen mit Kinderwagen – so geht’s.

Bei Zügen ohne stufenfreien Einstieg benötigt ihr Hilfe, denn die Treppen lassen keinen Spielraum für waghalsige Experimente. Zugegeben habe ich auch schon einem Halbstarken gesehen, wie er sich seinen Buggy samt Tochter unter den Arm gepackt hat und nonchalant aus dem Zug gehüpft ist. Bitte macht dies nicht nach.

  1. Anschnallen. Versichert euch erst, dass euer Kind mit den Gurten des Kinderwagens angeschnallt ist und diese auch wirklich passen und den nötigen Halt verleihen.
  1. Hilfe organisieren: Schnappt euch einen Zugbegleiter oder einen freundlichen Reisegast und fragt ihn höflich um Hilfe beim Einsteigen.
  1. Kinderwagen umdrehen: Den Kinderwagen immer so hinstellen, dass ihr mit dem Griff voran einsteigen könnt. Idealerweise blickt das Kind in Richtung Griff. Dies verhindert als zusätzliche Sicherheitsmassnahme ein Rausfallen. Habt ihr einen Sportsitz und euer Kind schaut in Fahrtrichtung anstatt zum Griff, so stellt sicher, dass es gut angeschnallt ist.
  1. Einsteigen: Steigt die Treppe hinauf zur Eingangsschwelle. Greift nach unten und fasst mit beiden Händen den Griff des Kinderwagens.
  1. Hochheben lassen: Eure Hilfsperson hebt nun den Wagen vom Perron in den Zug. Ihr steht auf der Eingangsschwelle, hält weiterhin den Griff und stabilisiert den Wagen. Sobald der Kinderwagen oben ist, geht ihr noch ein, zwei Schritte rückwärts – und voilà schon seid ihr drin im Zug.

Einsteigen mit Kinderwagen

  1. Merci sagen: Bedankt euch bei eurer Hilfsperson.

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Wichtig. 

Lasst euch Zeit, keine Eile. Versichert euch, dass euer Kind angeschnallt ist. Hebt den Kinderwagen stets mit beiden Händen. Und vergesst nicht die Bremse des Kinderwagens zu arretieren.

Und nun wünsche ich euch eine gute Fahrt mit euren kleinen Schätzchen!

 

Tipp: Auf sbb.ch/sicherheit kannst du die Broschüre «Sicher unterwegs mit der SBB» mit der herunterladen oder bestellen. Sie enthält unter anderem Hinweise zum sicheren Verhalten mit und ohne Kinderwagen auf dem Perron.

8 Artikel

15 Kommentare zu “Sicher unterwegs mit dem Kinderwagen.

  1. Sehr wichtig finde ich auch noch zu erwähnen dass es toll ist wenn man mit dem Kinderwagen ein paar Minuten vor der Abfahrt beim Perron ist. Damit genügend Zeit ist um eine Person zu Fragen ob sie hilft bzw. das der Zugbegleiter die Möglichkeit hat zu helfen ohne 7 Wagen nach hinten zu spurten bzw. ohne euch abzufahren….

    1. Lieber happy_feet…dazu müsste man genug zeit haben für das umsteigen. Ich habe jeweils 6 min. Zeit (wenn zug pünktlich ist) und muss von gleis 2 nach gleis 8 rennen mit kinderwagen. Ist nicht so einfach :/ und einen späteren nehmen, kann ich nicht, da ich nur jede stunde eine verbindung habe und bei einem reiseweg von normal schon 3 stunden warte ich nicht freiwillig nochmals eine stunde :( glücklicherweise war bis jetzt immer jemand da der mir geholfen hat. Die leute sind sehr hilfsbereit :)

  2. Leider schaffe ich erst gar nicht zum Perron, da unser Bahnhof ( + die Nachbarbahnhöfe) über keine Life verfügt. Zusätzlich ist auch noch das Perron so tief unten, dass dieses mit den Metalltritterhöhern versehen sind, was zu einem weiteren Hindernis wird. Da ausser zu Hauptverkehrszeiten nur wenige Reisende unterwegs sind, ist Hilfe von Mitreisenden nicht „planbar“.

    Die Alternative Postauto bis zum nächst grösseren Ort / Bahnhof mit Lift ist seit dem letzten Fahrplanwechsel auch nicht mehr möglich, da der Bus nicht mehr dorthin fährt. Daran wird sich wohl in den nächsten Jahren nichts ändern. Somit bleibt nur das Auto bis der Kinderwagen nicht mehr mit muss.

  3. Ich finde es speziell das hier vorgeschlagen wird die Kinderwagen auf den Velostellplätzen zu parkieren. In den Fernzügen hat es häufig zu wenig Velostellplätze zu den einschlägigen Zeiten. Häufig werden die paar Plätze noch durch Kinderwagen oder Koffer zugestellt, der Velofahrer muss draussen bleiben obwohl er für den Stellplatz bezahlt hat……

    1. Hallo bikerin99

      Danke für dein Feedback. Für uns sind alle Kunden wichtig: sei es Familien, Velofahrer/-innen, Sportler/-innen und Reisende mit Gepäck. Gerade zu Stosszeiten, bei schönem Wetter (wie grad letztes Wochenende), Ferien-, Rückreise- oder Sonntagabendverkehr stellt dies jedoch eine grosse Herausforderung dar.
      Die Stellräume und Multifunktionsabteile sind primär für Velos und Kinderwagen gerechnet. Gepäck bringt man meistens an anderen Orten im Zug (zwischen / oben den Sitzen) besser unter.
      Wir zählen hier auf den gesunden Menschenverstand und die gegenseitige Rücksichtnahme. Das Zugpersonal kann bei Bedarf unterstützen und so mögliche Konflikte vermeiden. Hie und da löst man den Knoten schon, wenn alle mithelfen und ihr Velo oder ihren Kinderwagen besser platzieren. Schlussendlich sind die Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter auch für die Sicherheit verantwortlich. So dürfen zum Beispiel keine Fluchtwege verstellt werden.
      Ich hoffe, dass dir der „Goldene Herbst“ noch einige schöne und angenehme Velotouren beschert.

      Gruss, Daniel

      1. Trotz allen Aufrufen zum „gesunden Menschenverstand“ wird man aber als Mutter mit Kinderwagen regelmässig von den Velofahrern angehalten, jenen doch bitte „woanders“ zu platzieren als im Untergeschoss des doch wohl vorwiegend für kleine Kinder gedachten Familienwagens. Darum: Warum muss eigentlich der Veloabstellraum immer im Spielwagen sein?

  4. Bitte, bitte noch einen Hinweis, wie man die Sache in den ICN machen soll. Der einzige Ort einen Kinderwagen zu plazieren scheint mir dort das IV-WC neben dem Speisewagen zu sein!

      1. Ui

        Über das Thema Kinderwagen, Züge im Allgemeinen und ICN im Speziellen (die Linie Biel-Basel ist unsere häufigste Freizeitstrecke), könnte ich mich stundenlang unterhalten…

        Es ist sehr gut, dass das mal thematisiert wird. Tipps für Eltern, sollten unbedingt eine zentrale Position auf der SBB Seite erhalten.

        Es gibt so viele Dinge, die man beachten kann:
        – Wo sind die Rampen am Zielbahnhof?
        – Wo muss man umsteigen?
        – Kommt das Kinderwagenabteil im ICN vorne oder hinten? (HInweise über Lautsprecher über geänderte Formationen beachten!!!!)
        – Was darf man sagen, wenn die Armee mit ihrem Gerümpel oder sonstige Personen mit Gepäck das Kinderwagenabteil blockieren?
        – Was tut man in Visp, wenn 1 Million Leute in das Spielabteil wollen und beinahe Handgreiflich werden, wenn Familien gerne einen Platz hätten?

        Summasummarum, als ich vor 5 Jahren erstmal mit einem Kinderwagen in den Zug stieg, hatte ich sehr viele Probleme. Heute weiss ich: Ellbögelen hilft und mit einem schreienden Kind drohen, wenn ein Reisender das einzige Abteil mit klappbaren Sitzen nicht verlassen will, auch.

        Dank meinem Velo GA kenne ich auch die ‚andere‘ Seite und bin sehr froh, kann ich auf der App endlich eine Reservation direkt lösen…

  5. Wer mit dem Kinderwagen einen Rollstuhlplatz belegt, muss damit rechnen, dass jederzeit ein/e RollstuhlfahrerIn kommt und den Platz beansprucht, wozu er oder sie auch das Recht hat. Selbstverständlich finden vernünftige Menschen auf beiden Seiten meist einen guten Kompromiss, ich hatte aber schon böse Diskussionen mit Müttern oder Vätern…

    1. Hallo René

      Bei den bezeichneten Abteilen haben Reisende mit einer Behinderung Priorität. Dies ist auch so bezeichnet: «Bitte diese Plätze behinderten Personen freigeben» gekennzeichnet.

      Je nach Ausstattung ist dieses Abteil nur für Blinde und Gehbehinderte bzw. auch für Rollstuhlfahrende nutzbar.

      Quelle: Broschüre «Barrierefrei unterwegs» (Seite 18 im PDF, gedruckt 34)

      Und schlussendlich zählen wir auf den gesunden Menschenverstand und das Verständnis der Mitreisenden.

      Gruss & gute Fahrt, Daniel

  6. Ich sitze gerade im RE60 von Braunschweig nach Rheine im Waggon für Kinderwagen und Fahrräder und ärgere mich sehr darüber, dass es in diesem Waggon kein WC gibt, dass mit Kinderwagen zugänglich ist. Da passt man noch gerade so mit Babyschale hinein und das ist schon sehr eng. Also, da hätte man bei der Planung echt mal besser mitdenken können. Ich fahre drei Stunden von Braunschweig bis Rheine. Und welche Mutter lässt ihr Baby im Zug alleine, wenn sie auf Toilette muss???

    24.04.2016 um 18:05 Uhr

    1. Dann kannst du es ja schnell hochnehmen, es ist ja nicht am Kinderwagen festgewachsen. Und wenn es schläft, dann kannst du es ja schnell alleine lassen.

  7. Und was ist mit den vielen zügen bei denen man gar nicht durch die türen oder den gang entlang kommt mit kinderwagen? Deutsche züge. Italienische züge, die durch die schweiz rasen. Mit meinem doppelten kinderwagen komm ich fast nirgends rein. Immer wieder musste ich im gang stehen bleiben… Und diese familienzone, naja dieser veloverlad. wie gemütlich ist ne lange reise auf nem klappstuhl…. und mit einem baby im kinderwagen und einem kleinkind das sich dann stets beinahe die finger einklemmt beim hoch und runterhüpfen… und wenn mal beide wach sind. Der spielplatz ist zwar genial. Aber warum er gerade oben ist? Ich muss mich mühsamst mit beiden kindern halb unter dem arm hocharbeiten. Ideal ist das nicht.

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