Mit dem ÖV die Region Jura und das Drei-Seen-Land entdecken.

Dank der Schweizer Landesausstellung im Jahr 2002 hat die Region Jura & Drei-Seen-Land für viele an Bekanntheit gewonnen. Obwohl die massiven schwimmenden Bauten der Expo 02 nicht mehr auf dem Neuenburgersee zu sehen sind, bleiben die Ortschaften des Juras und der drei Seen (Murtensee, Neuenburgersee, und Bielersee) entdeckenswert.

Um diese reizvolle Region ohne grosse Planung bereisen zu können, sind bei der SBB viele schöne Reiseideen und RailAway-Angebote erhältlich. Bequem kann man westwärts fahren und dabei nicht nur spektakuläre Landschaften entdecken, sondern auch die kulinarische Erbschaft erleben.

Fast wie ein Schulreisli.

Zusammen mit meinem guten Freund Jochen Gsell steige ich morgens um halb acht in Zürich in den Zug Richtung Solothurn und Drei-Seen-Land. Jochen hat sich sein Billett kurz zuvor in der SBB App gekauft.

In weniger als eine Stunde erreichen wir Solothurn. Die – man sagt – hübscheste Barockstadt der Schweiz mit ihren eleganten Patrizierhäuschen in der Altstadt und ihren unzähligen Kirchen, Kapellen, Brunnen und Türmen versprüht eine Mischung aus französischem und italienischem Flair. Wir sind begeistert. Leider lässt unsere straffe Zeitplanung einen eingehenderen Besuch des Städtchens nicht zu. Denn auf uns wartet das Flussschiff. Vom Bahnhof zum Bootsteig gibt es eine fünfminutige ÖV-Verbindung, oder man geht in 15 Minuten einfach zu Fuss. Obwohl die Temperaturen noch frisch sind, spazieren wir zur Schiffländte – ideal um ein paar schöne Fotos zu machen.

Das zweistöckige Flussschiff wartet bereits und wir nehmen zusammen mit einer lustigen Primarschulklasse auf dem Oberdeck Platz. Kurz danach werden wir sehr freundlich vom Personal bedient und verpflegt.

Fast zwei Stunden dauert die gemütliche Aarefahrt von Solothurn nach Biel. Besonders eindrucksvoll ist dabei die Storchenansiedlung in Altreu, wo wir fünf Storchennester mit Küken entdecken. Fast am Ziel der Flussfahrt fährt das Schiff durch eine Schleuse am Stauwehr Port; ein einmaliges Erlebnis. Obwohl es ziemlich bewölkt ist, muss ich im Nachhinein feststellen, dass ich an Sonnencreme hätte denken sollen …

Zum Zmittag ein Schinken der speziellen Art.

Von Biel aus geht unsere Reise nach einem kurzen Umstieg in Neuenburg ins Val-de-TraversUnser Ziel sind die Asphaltminen in La Presta. Ich habe davon schon gehört, als ich vor sieben Jahren Jean-Claude Alain von der Absinth Brennerei La Clandestine besucht habe. Die Haltestelle La Presta für die Asphaltmine ist sehr unscheinbar – ausser dem weissen Kantinengebäude und einer Hütte gibt es nur Wiesen, Bäume und ein paar Büffel.

Trotzdem finden wir das Café des Mines, welches bereits voll ist mit Gästen. Es gibt nur ein Menu (der weltberühmte Asphaltschinken), welcher in vielen Backpapierschichten eingepackt während vier Stunden im heissen Asphalt gärt. Das einfache aber sehr leckere Menü wird mit Kartoffelgratin und grünen Bohnen serviert. Maurizio, unser Minenführer, erklärt uns, dass er schon Besucher aus den entferntesten Länder der Welt bewirtet hat, die weder dem Schinken noch dem Absinth widerstehen konnten.

Tief im Innern des Berges in der Asphaltmine.

Nach dem Mittagessen folgen wir Maurizio in die alte Mine. Er ist noch einer von den wenigen lebenden Arbeitern der Asphaltmine, welche 1986 stillgelegt wurde.

Im Gegensatz zu den 25 Grad Aussentemperaturen erwarten uns kühle 8 Grad im tiefen Innern der Mine. In der geführten Gruppe sind Besucher aus Quebec in Kanada und wir tauschen die Informationen der Führung auf Französisch, Deutsch und Englisch aus.

Mit Schutzhelmen und Lampen spazieren wir wie richtige Minenarbeiter einige hundert Meter in den Berg hinein. Die Luft ist frisch und alles ist recht feucht. Die gesamte Länge der verschiedenen Stollen beträgt mehr als 100 Kilometer. Tief im Berg erlischt plötzlich das Licht und während zwei Minuten können wir wir die absolute Dunkelheit erleben (ich erkenne meine Hand vor meiner Nase nicht mehr!).

Allein schon wegen der ausgezeichneten Führung ist ein Besuch sehr empfehlungswert. Nach der Beendigung des Rundganges können regionale Produkte wie Absinth, Honig, Konfitüre, Schokolade und Bier im Souvenirladen gekauft werden. Nach einer kurzen «Auftauphase» geht es mit dem Zug Richtung Neuenburg weiter, wo wir nach zwei Haltestellen in Noiraigue aussteigen.

Die Wunderwelt der Areuse-Schlucht.

Für Naturliebhaber und Fotografen ist die kleine Wanderung durch die Areuse-Schlucht nach Champ-du-Moulin ein wahres Highlight. Der kleine Fluss mit seinen vielen rauschenden Wässerfällen fliesst sanft dahin.

Nach einiger Zeit erreichen wir an der Saut du Brot eine alte Steinbrücke, wie aus einem Bilderbuch. Am Ende der Wanderung entdecken wir das Maison de la Nature Neuchâteloise. Es scheint der perfekte Ausflugsort für Familien zu sein. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite kann man sogar Fossilien aus der Region kaufen – sicherlich spannend für Gross und Klein.

Gerne hätten wir mehr Zeit gehabt, um die Region noch gründlicher erkunden zu können, um eine Brennerei zu besuchen oder eine Schokolade-Degustation bei Goût & Region zu machen. Oder ein Velo zu mieten und vom Chapeau de Napoleon zurück nach Neuenburg zu fahren, einfach weiter zu wandern oder das Highlight der Region, den Creux du Van, zu bestaunen. 

Profitieren mit dem RailAway-Kombi.

  • 10% Rabatt auf die Fahrt nach Solothurn und zurück ab Biel/Bienne (oder umgekehrt).
  • 10% Rabatt auf die Aarefahrt Solothurn–Biel oder umgekehrt.
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