«Sharing is caring» gilt auch für Parkplätze.

Die SBB ist Kooperationspartnerin des Start-ups «park it». Wozu ist die Parkplatz-Plattform gut und weshalb ergibt eine Zusammenarbeit mit einem Bahnbetrieb Sinn? Wir haben bei CEO Jasmin Samsudeen nachgefragt.

 

 

Jasmin, du bist Gründerin der Parkplatz-Plattform «park it». Wie bist du auf diese Geschäftsidee gekommen?
JasminPortraitAus eigener Betroffenheit. Ich war während meines Studiums an der Universität Zürich für meine Bussensammlung bekannt und wollte diesem kostspieligen Hobby ein Ende setzen (grinst). Meine Nachbarin hat sich bereit erklärt, ihren Parkplatz immer dann mit mir zu teilen, wenn sie ihn selbst nicht braucht. Damit war die Idee für das Parkplatz-Sharing geboren. Ich habe ganz simpel angefangen und in Anlehnung an den Waschplan unserer Liegenschaft ein Kalendertool für die Parkplätze bei unserem Haus erstellt. So konnten wir 40 Mieter die 16 Parkplätze teilen. Mit der App haben wir das System optimieren können.

 

Was unterscheidet «park it» von ähnlichen Ideen?

Wir sind eine Parkplatzplattform und wollen grundsätzlich mehr Transparenz im Schweizer Parkplatzdschungel schaffen. Daher machen wir neben privaten und gewerblichen Parkplätzen auch öffentliche Parkplätze auf der App sichtbar und zeigen den Belegungsgrad umliegender Parkhäuser an.

Wie bist du selber unterwegs, wie ist dein persönliches Mobilitätsverhalten?
Ich bin vorwiegend mit dem Velo unterwegs. Im Winter benutze ich an kalten Tagen den ÖV. Ich besitze kein Auto mehr. Wenn ich mal ein Auto brauche, zum Beispiel um zu Ikea zu fahren oder meine Grossmutter zu chauffieren, dann nutze ich Mobility.

Nutzt du «park it», wenn du mit dem Mobility-Auto unterwegs bist?
Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, dann parkiere ich selbstverständlich mit «park it» und reserviere meinen Parkplatz meist schon vorab.

Die SBB ist Kooperationspartnerin von «park it». Das wirkt auf den ersten Blick etwas seltsam, denn die SBB möchte die Leute gern im Zug haben und ihr dagegen habt Freude an Autofahrern. Warum passen die SBB und euer Start-up zusammen?
Für die SBB ist es interessant, die Kunden während ihrer ganzen Reise zu begleiten. «park it» verbindet individuelle Mobilität mit dem öffentlichen Personenverkehr. Unser beider Mehrwert liegt in der effizient kombinierten Mobilität.

Wie beurteilst du die Zusammenarbeit mit der SBB? Was bringt es für «park it»?
Wir dürfen P+Rail-Parkplätze über «park it» buchbar machen und erübrigen den Nutzern so den Gang zum münzschluckenden Parkautomaten. P+Rail-Nutzer können bargeldlos ihr Tagesticket via App bezahlen und den Parkplatz jederzeit via Smartphone verlängern.

Wie ist es zur Zusammenarbeit zwischen SBB und «park it» gekommen?
Wir haben im Januar 2013 an einem Pitch-Event der SBB teilgenommen und durften dann in die Räumlichkeiten der SBB einziehen. Als Start-up war und ist es für uns eine grosse Erleichterung, keine Miete für unser Büro zahlen zu müssen. Die räumliche Nähe zur SBB hat es begünstigt, dass wir schnell Synergien nutzen konnten.

Kannst du etwas über eure Nutzer sagen? Was sind das für Menschen?
Nutzer von «park it» sind urban, technikaffin und mobil. Parkierende kennen alle das Parkplatzproblem in der Schweiz und viele freuen sich sehr über das Angebot unserer Parkplatz-App. Private Parkplatzanbieter teilen ihren Parkplatz meist aus Überzeugung, leerstehende Ressourcen nicht verschwenden zu müssen, sondern besser mit der Nachbarschaft zu teilen. Gewerbliche Parkplatzanbieter sind vor allem daran interessiert, ihren Gewinn zu steigern.

Wie kommst ihr zu euren Kunden ?
Zur Zeit funktioniert das durch Mundpropaganda und über Social-Media-Kanäle . In den P+Rail-Anlagen legen wir zudem unsere Flyer auf.

Wie verdient ihr Geld mit «park it»?
Wir behalten bei jeder Parkplatzbuchung einen Teil der Gebühr.

Wo siehst du «park it» in einigen Jahren? Was möchtet ihr erreichen?
Wir möchten die grösste Parkplatzplattform in der Schweiz werden. Unser Ziel ist es, dass Parkplatzsuchende Zugang zu allen privaten, gewerblichen und öffentlichen Parkplätzen haben und der Suchverkehr nachhaltig minimiert wird.

 

JasminJump
Hinweis: Weitere Informationen zu den Pitch-Events der SBB gibt es online bei SBB Start-up.

 

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2 Kommentare zu “«Sharing is caring» gilt auch für Parkplätze.

  1. Sympathisches Interview! Tolle Idee!
    Soviel Innovations -und Kooperationsbereitschaft hätte ich SBB gar nicht zugetraut.
    Ich bin P+Rail Kunde und habe mich schon oft ärgern müssen, wenn ich nicht das passende Münz dabei hatte. Endlich scheint es eine Neuerung zu geben.
    Chapeau!

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