SBB Mobile App: Von 0 auf 4 Millionen Downloads.

Heute trägt bereits jeder zweite Einwohner der Schweiz einen Billettautomaten mit sich herum. Anders gesagt: Das SBB Mobile App wurde schon 4 Millionen Mal heruntergeladen. Ihren Anfang nahm diese Erfolgsgeschichte im Jahr 2007: Damals gab es in der Schweiz erstmals mehr Mobilfunk-Abonnemente als Menschen.

EINFACH machen. Einfach MACHEN. 
Wir wollten unseren Kunden Fahrpläne und Billette dort anbieten, wo sie sind. Und die Kunden eines Bahnunternehmens sind eben oft unterwegs. Müsste es nicht möglich sein, einen Billettautomaten fürs Mobiltelefon zu entwickeln? «Machen Sie einfach.», sagte mein damaliger Chef, Vincent Ducrot, Leiter Fernverkehr. Im Jahr 2007 zählten die Autoren einer Marktstudie 4 Millionen Java fähige Handys in der Schweiz. Also begannen wir mit der Entwicklung von NaviGo mit dem Fernziel, dass 100‘000 Kunden das Java-Applet benutzen sollten. Im Mai 2008 war das Ding endlich fertig. Es wurde in seiner Blütezeit von immerhin 240‘000 Kunden verwendet.

Stay hungry.
Einer davon, so kolportiert man, sei Steve Jobs gewesen. Der Apple-Übervater war angeblich im Frühling 2008 mit dem Glacier-Express in der Schweiz unterwegs und suchte eine Anschlussverbindung. Das NaviGo auf seinem Mobiltelefon bockte und «buggte» – und der genervte Jobs warf das Gerät kurz vor Filisur aus dem Panoramafenster. Leider konnte er – so die Legende – daher auch sein MMS-Ticket nicht vorweisen und wurde vom Zugbegleiter gebüsst. Zurück in Cupertino beauftragte Jobs sofort seine Mitarbeiter, ein paar iPhones in die Schweiz zu senden, damit die SBB ein brauchbares Fahrplan-App inkl. Billettkauf-Funktion entwickeln könne.

Shake it.
Der Rest ist (wahre) Geschichte: Das iPhone wurde in der Schweiz im Juli 2008 eingeführt. Ein Jahr später war das SBB Mobile App fürs iPhone fertig. Im Oktober 2010 folgte das App für Windows 7, im März 2011 jenes für Android. Mittlerweile wurde SBB Mobile insgesamt 4 Millionen Mal heruntergeladen. Damit ist sie das beliebteste App der Schweiz.
Es gibt 1700 Billettautomaten, die an Bahnhöfen rumstehen. Und 4 Millionen mobile Billettautomaten. Steve Jobs könnte heute lächelnd sein iPhone schütteln, um im Glacier-Express sein MobileTicket vorzuweisen.

SBB NaviGo ist seit Dezember 2012 im (App-)Himmel. .
NaviGo ist schon seit 2012 im (App)-Himmel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Disclaimer: «Never let the truth get in the way of a good story»

3 Artikel

10 Kommentare zu “SBB Mobile App: Von 0 auf 4 Millionen Downloads.

  1. Die App ist wirklich sehr praktisch in einem Land wo fast jedes Dorf einen Bahnhof hat.

    Und heute habe ich gerade die Push-Nachricht erhalten „Am 15. Dezember 2013 ist Fahrplanwechsel. Bitte beachten Sie den neuen Fahrplan. Gute Reise, Ihre SBB“
    Sehr kundenfreundlich!

    1. Und das Schöne ist, dass die neuen Fahrplandaten auch bereits in der App hinterlegt sind, genau so wie im Online-Fahrplan. Anfragen für Verbindungen ab dem 15.12. verarbeiten auch heute schon die Daten vom neuen Fahrplan. Also, jedenfalls habe ich es so verstanden.

      Wobei ich nicht die offizielle Meinung der Schweizerischen Bundesbahnen bin, aber zumindest nah genug dran an unseren Online-Aktivitäten.

  2. Tja, schade nur, dass man als Blackberry-Usee diskriminiert wird und die SBB keine App mehr zur Verfuegung stellen — und das in einem Zeitalter, in dem die Portierung von Apps auf andere Geraete ein technisches Kinderspiel ist. Danke fuers Hintendreinsein, liebe SBB — genauso wie mit dem Wlan in den Zuegen.

  3. Neuerdings bin ich mit dem Rollator unterwegs und habe bereits gemerkt, dass ich mir auf dem SBB-Online-Fahrplan ansehen kann, ob meine Verbindung barrierefrei ist. Leider habe ich auf dem App nichts Entsprechendes gefunden. Gerade dort wäre es aber praktisch für mich, da mit der Rollator eben gerade wieder mobiler macht und ich manchmal erst von unterwegs nachsehe, wie ich wieder nach Hause komme. Habe ich nicht an der richtigen Stelle gesucht?

    1. Hallo Rollatorin

      Vielen Dank für die Frage. Aktuell können die Infos über barrierefreies Reisen in der Tat nur via Online-Fahrplan abgerufen werden. Good News: ab Ende Oktober 2014 stehen diese Daten auch in der SBB Mobile-App zur Verfügung.
      Alternative bis dahin: ZVV-App für iPhone und Android.

      Ich wünsche möglichst angenehme Reisen, Daniel.

  4. Ich wollte die Fahrplan APP auf dem Smartphone installieren und habe mir kurz die erforderlichen Berechtigungen angesehen.
    Das hat mir gereicht. Wozu ums Himmels Willen brauch eine Fahrplanauskunft Informationen über meine Kontakte, meine Fotogallerie und vieles mehr. Sas ist FRECHHEIT und nichts als Schnüffelei in meinem Privatleben.
    Was meinen andere Kunden dazu?

    1. Guten Tag Alberto

      SBB Mobile benötigt den Zugriff auf deine Kontaktdaten, damit du beim Billettkauf Mitreisende aus dem Adressbuch importieren und bei Fahrplan-Abfragen Kontaktadressen als Destination auswählen kannst. Diese Berechtigung kann aber sowohl bei der iOS- wie auch bei der Android-Version in den Einstellungen ausgeschalten werden. Der Zugriff auf die Kamera ermöglicht das Lesen eines QR-Codes.
      Der Zugriff auf «externe Speichermedien» wird gebraucht, um den Verlauf, Haltestellenliste etc. zu speichern. Google subsumiert alles unter «Fotos und externe Datenträger» – auf deine Fotos wird aber selbstverständlich nicht zugegriffen.

      Liebe Grüsse
      Martina.

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