Neue Perronanzeiger: Tschüss fliegende Buchstaben.

Seit heute ist im Bahnhof Fribourg ein neuer Anzeiger auf einem Perron installiert. Auf dem Display bündelt er alle wichtigen Informationen zur Reise und sorgt dafür, dass unsere Kunden noch besser informiert sind.

 

Ich konnte einfach nicht anders. Heute musste ich ihn ausnahmsweise mal eines Blickes würdigen. Als erfahrene Fribourg–Bern-Pendlerin hebt sich mein Tunnelblick sonst nur im Störungsfall in Richtung des Anzeigers auf dem Perron. Aber heute war alles anders. Die fliegenden Fallblätter sind verschwunden und mir leuchten gestochen scharfe Buchstaben und Zahlen entgegen. Sogar Symbole hat der neue blaue Kasten zu bieten. Links lese ich «Thun, 12.41», rechts wechselt die Anzeige. Ich verstehe zwar mehr als Bahnhof, aber mir ist nicht klar, was das soll.

Neue Perronanzeige (Beispiel)
Neuer Perronanzeiger (Beispiel)


Zweigeteilt.

Meine Arbeitskollegin Jeannette Inderbitzin hilft mir auf die Sprünge. Sie leitet das Service- und Produktmanagement Kundenanlagen bei SBB Infrastruktur und begleitet die Einführung der neuen Perronanzeige: «Auf den ersten Blick ist das neue, zweigeteilte Layout ungewohnt.» Links stehen immer Abfahrtszeit und Zielort, der rechte Teil kann flexibel genutzt werden. Ein grosser Vorteil: In Zukunft finden Kundinnen und Kunden dort beispielsweise Hinweise zu Zwischenhalten, Gleisänderungen, Entlastungszügen oder Informationen im Störungsfall und Gruppeninformationen. «Ausserdem sehen dort die Reisenden, in welchem Perronabschnitt sich der Familienwagen befindet und wo Rollstuhlfahrer zusteigen können.» Apropos: Dank den leicht nach unten gekippten Anzeigern sind Informationen für Reisende im Rollstuhl besser lesbar. Für Hörbehinderte ist der Anzeiger ebenfalls von Vorteil: Lautsprecheransagen können zusätzlich auf dem Bildschirm abgebildet werden.

 

Neue Perronanzeige im Bahnhof Fribourg/Freiburg
Neue Perronanzeiger im Bahnhof Fribourg/Freiburg


Aus für die Fallblattanzeiger.

Fribourg ist der erste Schweizer Bahnhof mit einem neuen Anzeiger. Bis Ende 2018 werden unter anderem Genf, Genf Flughafen, Flawil, Gossau und Uzwil mit den neuen Geräten ausgestattet. Insgesamt werden bis Ende 2018 rund 180 neue Anzeiger installiert. «Wir schrauben jetzt nicht alle auf einmal ab.», sagt Jeanette Inderbitzin und führt weiter aus: «Damit das Ganze ökologisch und ökonomisch Sinn ergibt, wechseln wir die Anzeiger erst aus, wenn sie an ihrem Lebensende angekommen sind.»

Bereits seit fünf Jahren hat die SBB keinen Fallblattanzeiger mehr eingekauft. «Die Technologie ist überholt und sehr aufwändig in der Bewirtschaftung.», begründet Jeannette Inderbitzin. Bis 2021 wird der letzte Fallblattanzeiger abgehängt. Als ich das höre, werde ich fast ein bisschen nostalgisch. Die fliegenden Buchstaben und Zahlen waren irgendwie magisch. Dafür weiss ich künftig bei Störungen besser Bescheid, wie es weitergeht.

 

2 Artikel

9 Kommentare zu “Neue Perronanzeiger: Tschüss fliegende Buchstaben.

    1. Lieber André
      Die SBB nutzt neue Technologien, um die Kundeninformation weiterzuentwickeln. Im Vergleich zu den Fallblattanzeigern bieten die neuen Anzeiger die Möglichkeit, zusätzliche Informationen zur Reise zu schalten und das auch flexibler: Denn im rechten Teil können abwechselnde Informationen aufgeschaltet werden. So erfährt man zum Beispiel neu, wo sich der Einstieg für Rollstühle befindet. Auch Gleisänderungen, Infos zu Entlastungszügen, Gruppeninformationen etc. können auf dem Display kommuniziert werden. Und die neue Technologie ist in der Beschaffung erst noch günstiger.
      Liebe Grüsse, Simone

  1. Werden die Anzeiger, die seit einiger Zeit hängen, auch schon wieder ausgetauscht? Die neuen, hier vorgestellten sind super – endlich wieder etwas logischer (man schaut unten aufs Endziel).

    1. Guten Morgen Michael
      Es freut uns, dass dir die neuen Anzeigen gefallen.
      Grundsätzlich werden die Geräte erst ausgetauscht, wenn sie am Lebensende sind. Die Einführung der neuen Anzeiger erfolgt schrittweise. Nach dem Start in Freiburg werden bis Ende 2018 auf der Ost-West-Achse 180 neue Anzeiger installiert (in den Bahnhöfen Gossau, Flawil, Uzwil, Genf und Genf Flughafen). Auch die Bahnhöfe Lausanne und Bern werden zum Teil mit den neuen Bildschirmen ausgerüstet. Das Ziel: Bis Ende 2021 wird die SBB dann alle alten Fallblattanzeiger in der Schweiz durch neue Perronanzeiger mit der neuen Technologie (TFT oder LED) ersetzen.
      Liebe Grüsse, Simone

  2. Es gab vorher Anzeigen, bei denen über Walzen eine transparente Folie gerollt wurde und man konnte dann die richtige Anzeige auf dem sichtbaren Teil der Folie sehen. Die Fallblätter haben sich aber dagegen seit langem durchgesetzt. Immerhin funktionieren sie erstaunlich zuverlässig.
    Gerade die Anzeige der Wagen ist viel wert, wenn man z.B. ein Velo dabei hat. Das würde ich gerne auch bei anderen Bahnen sehen und es ist viel praxistauglicher als die Wagenstandanzeiger.

  3. Zu dem Thema muss ich folgendes sagen:
    Im Bahnhof Bern gabs früher die riesige Falttafel über dem Treffpunkt.
    Die konnte ich ohne Brille lesen.
    Die neue, elektronische Anlage kann ich jedoch nicht mehr entziffern.
    Ah und wenn wir schon bei Bern sind:
    Wer installiert wegweiser mit Schriftgrösse 10 auf grossen Schildern?
    Ich rede von den Tafeln in der Unterführung welche angeben wo die grosse Schanze ist.
    Die sind definitv auch nicht lesbar.
    Die Tafeln haben zwar etwa die grösse der Peronanzeigen aber sind nur in einem Eck sehr klein bedruckt.

    1. Hallo Kym
      Danke für die Frage. Wie im Beitrag erwähnt, sind es 180 neue Perronanzeiger (nicht Bahnhöfe), die bis Ende 2018 installiert werden. Unter anderem in Genf, Genf Flughafen, Flawil, Gossau SG und Uzwil.
      Beste Grüsse
      Daniel, Community Manager

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